WK Tirol | Fritz-Miller-Saal

„die Schallwelle, die Drehscheibe“

Vorgabe der Bauherrschaft war es, den bestehenden Sitzungssaal der Tiroler Wirtschaftskammer in Innsbruck wiederzubeleben und neu zu gestalten, so dass er ihrem fortschrittlichen Geist der Wirtschaftskammer gerecht wird. Die Anforderung an den Raum beinhaltet Platz für ca. 180 Personen zu schaffen und technisch (Belichtung, Lüftung, Akustik) auf den neuesten Stand zu bringen.

Die Tiroler Wirtschaftskammer steht für Dynamik, Weiterentwicklung, „EINEM MITEINANDER!“… dieser Saal dient als Sprachrohr nach Außen, als Drehscheibe von Diskussionen, Vorträgen, Festen, als Repräsentation für die Wirtschaftskammer nach Außen.

Maßgebend ist das Wort, der Laut, die Schallwelle…DIE KOMMUNIKATION…die Übermittlung des Wortes an den Journalisten, die Mitarbeiter, Externe, etc…Die Message wird nach Außen getragen, doch was rahmt das Wort ? Was unterstützt das Wort, im Sinne der Tiroler Wirtschaftskammer…?

Diese Thematik verfolgte SISSIBAY indem das Wort inszeniert wurde. Der Raum wurde ausgeblendet. Der Mensch in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt.
Das Designkonzept ist somit konzentriert und schlicht.

Im Designprozess hat sich eine dem antiken Amphitheater stammende Form herauskristallisiert, der Form der Elementarwelle, die ein „wirkliches Miteinander“ zuläßt.

Die Distanz zum Vortragenden bzw. Zuhörer wird enthemmt und miteinander verbunden – „umarmt“. Die freistehenden abgerundeten Paravants rahmen die Kommunikation und dienen gleichzeitig als rundumlaufende Projektionsfläche.

Diese Paravants dienen als raumbildende Elemente, welche je nach Anforderung der Veranstaltung zerlegt/verschoben/zusammengebaut werden können.

Die mobile rote Drehscheibe/Podest verändert ebenso ihre Position je nach Anforderung. Die sechs Teile können als Kreissegment oder aber in Form eines Gipfels zusammengesetzt werden und bilden so für die unterschiedlichste Kommunikation eine individuelle Plattform (Podiumsdiskussion, Vortrag, Besprechungen, etc.). Der Vortrag, die Diskussion kann abgeleitet vom Totaltheater (Walter Gropius) „mitten im Publikum“ stattfinden.

Die völlig neu gestaltete Decke wurde als Lichtspanndecke, welche nur durch Zuluftschlitze unterbrochen ist, ausgeführt und gliedert sich perfekt in die Formensprache des Raumes ein. Durch die computergesteuerten Leuchtmittel oberhalb der Spanndecke erzielt man eine je nach Anforderung individuell steuerbare Stimmungsbeleuchtung.

Das Bespielen des Raumes durch gebogene und runde Tische bzw. durch ultraleichte Stühle unterstreicht das Aufbrechen typisch starrer Frontalvorträge und trägt zur Leichtigkeit bei.

Den Abschluss bildet der neu designte Innenhof – nun verbunden durch Öffnungen in der Glasfassade.

Fotos: Hannes Senfter